Mit diesem kurzen Zitat aus Marius Müller-Westernhagens Song “Ich hab keine Zeit” möchte ich meine erste Diskussionsrunde für heute starten. “Ich hab keine Zeit” ist eine Krankheit in der (Achtung, wieder das Schei*wort) Blogosphäre.
Überall dümpeln total geniale Blogs vor sich hin, und zwar nicht, weil sie kein Publikum finden, sondern weil die Autoren nicht genügend Anerkennung bekommen und noch weniger Zeit für ihr - ja, so ist es – zeitraubendes Hobby haben. Jetzt kommt meine AKTION! ins Spiel.
Sergej zum Beispiel tat vor kurzem das, was ich früher auch oft tun musste – er entschuldigte sich für das derzeitige Schweigen in seinem Blog. Ich zitiere mal aus seinen Kommentaren:
#Sergej: Das Bloggen an sich macht mir auch sehr viel Spaß und ist auch wichtig für mich. Nur wenn die Zeit zum schreiben fehlt, sind mir die Hände gebunden.
# Nadine: Du hast Recht, manchmal geht es aus beruflichen Gründen nicht. Ich hole jetzt alles nach, was ich in der vergangenen Zeit nicht sagen bzw bloggen konnte, weil ich keine Zeit fand.
Wollen wir eine Liste mit ausgestorbenen Blogs zusammen tragen? Blogs, die qualvoll eingegangen sind, weil man den Bloggern erzählt: Das ist nur Zeitverschwendung?
Und nun sagt mir bitte: Was ist die Konsequenz?





Mir ist jetzt leider der Name des römischen Kaisers entfallen, der seinen Untertanen sagte: “Ich habe keine Zeit!” Da rief ein altes Weib aus der Menge: “Du hast keine Zeit, dann sei kein Kaiser!” So ist’s mit allen Aufgaben. Entweder macht mans oder man machts nicht. Darüber zu jammern, man habe keine Zeit, das ist nur Zeitverschwendung.
Jo. Jammern bringt nichts. Verschwendest du Zeit mit Bloggen? Ich nicht! Ich gestalte Dinge, ich sage meine Meinung, und ich verdiene auch Geld damit!
Seh ich auch so. Entweder man macht es oder man lässt es. Das ist einfach nur ein Hobby wie alle anderen. Es ist nicht so, dass man dadurch irgendeine moralische Verpflichtung eingehen würde, auf Teufel komm raus Content rauszudrücken.
Hm…. lieber Fischer, du negierst gerade meine AKTION! Pfui!
Es ist doch nahezu wunderbar, ein unabhängiges Publikationsforum zu haben, das so viele Gestaltungsmittel bietet. Ich habe nicht das Gefühl, Zeit zu verschwenden. Gerade durch das Blog habe ich erfahren, was Nietzsche sehr schön ausgedrückt hat:
“Wenn man viel hineinzustecken hat, hat ein Tag auch viele Taschen.”
Ui, das Zitat muss ich mir merken, sehr gut.
Ja. Was verliert man, wenn man seine Meinung kundtut.
Was verliert ein Künstler, wenn er ein leeres Blatt in ein Gemälde verwandelt.
Was verliert ein Blogger, wenn er bloggt?
Nichts!!!
RICHTIG!
Aber ich will mehr wissen….
Tja Nadine, das Leben ist kein Picknick.
Was ich meine ist halt, dass man sich auch – und gerade – als Blogger nicht zum Sklaven seines Mediums machen sollte. In welchem Ausmaß und mit welcher Frequenz man schreibt, sollte man individuell selbst bestimmen und nicht irgendein durch Usus oder Konsens bestimmter Maßstab.
Ich finde auch, dass in der – sorry für das böse Wort – Blogosphäre dieses zentrale Prinzip zunehmend unter die Räder kommt. Da wird mir oft viel zu viel darüber geredet, was ein Blog zu sein hat.
In diesem Kontext finde ich die Aussage “Keine Zeit” ziemlich zwiespältig.
zeitverschwendung, sich selbst und seinen gedanken ausdruck zu verleihen? mitnichten!
[nette aktion!°]
Ja Fischer, du hast da vollkommen Recht. Übrigens ist “keine Zeit” auch extra gewählt, denn es ist wunderbar passend zweideutig.
Aber mal zurück. Ich bin gern Sklave meines Blogs, lieber als Sklave meines Jobs.
@to01 :
meist mit leben, zuviel mit nachdenken, gerne mit moshen und die brötchen verdiene ich mit programmieren.
Moshen is immer gut.
@ to01 :
Du hältst diese Dinge für Zeitverschwendung???
@ Fischer:
Du machst irgendetwas verkehrt. Blogg doch wie du immer bloggst und lass dich von uns dafür bezahlen!
:mrgreen::mrgreen:
@nadine öh, nein. genau umgedreht.
Gut to01 , ich bin beruhigt.
Was hältst du davon, dass so viele Blogger “aufgeben müssen”?
@ Nadine:
Ich hab die Überschrift natürlich registriert und hätt mich demnächst eh mal gemeldet. Prinzipiell bin ich dafür offen.
Wer seid “ihr”, was wollt ihr haben und zu welchen Konditionen?
Was ich anzubieten hab, siehst du ja in meinem Blog, mit der Einschränkung, dass das alles Rohfassungen sind. Bezahlte Beiträge werden natürlich überarbeitet.
@Topic:
“Müssen” die denn wirklich aufgeben oder entscheiden die nicht vielmehr, dass der wie auch immer definierte Gewinn den Aufwand nicht mehr rechtfertigt?
@ Fischer:
Ich antworte dir hier in aller Öffentlichkeit
erst einmal nur auf das Thema Thema/Topic: Der wie auch immer definierte Gewinn ist eine wunderbare Aussage. Meist ist es einfach nur traurig, das so mancher Blogger aufhört – was er nicht müsste, wenn man eine Blog mehr wie eine moderne Zeitung sieht.
Zwar nur mit einem Redakteur, und der ist auch gleich noch Verleger, Finanzwart und Marketingfachmann!
Re Öffentlichkeit: Da ich schon ne Nachricht von dir in der Mailbox hatte, geh ich mal davon aus, dass du die interessanten Details irgendwie an mich übermittelst bekommst, ohne dass jeder mitliest.
Was die moderne Zeitung angeht habe ich Zweifel, ob eine derartige Ausrichtung tatsächlich funktioniert. Außerdem: Blogs sind keine Zeitung – Blogs sind individuell und subjektiv. Ich glaube nicht, dass Blogleser Ersatz-Zeitungen wollen, sie wollen individuell und subjektiv.
Der Preis dafür ist, dass Blogs nicht ewig sind.
Richtig, aber darum ging es mir nicht. Man muss nur das System ähnlich verstehen. Ein Blog kann genauso gut informieren und unterhalten, wie ein klassisches Medium. man muss Blogs nur viel ernster nehmen! halt so ernst wie eine Zeitung. Da sag ja auch keiner: Die Zeitung XY kann sich nicht halten, weil sie eine zu kleine Reichweite hat. Zu wenig Zielpublikum. Keinen Sponsor.
Und was mir noch wichtiger ist: Blogs sind nur gut ohne Werbung? Was für´n Dreck. Sag das irgend jemand über klassische Medien? TV ist nur gut ohne Werbung? Die Zeitschrift nur lesenswert ohne Anzeigen? No way!
nabend
machen wir eine liste mit gestorbenen blogs..;)
nabend!
gut, dann fang mal an.
Oh doch, das geht da ganz fix. Erinnerst du dich noch an z.B. Tango (von G&J)? Zu kleine Reichweite, konnte sich nicht halten…
Das hab ich nicht gesagt.
Stimmt auch nicht. Werbung im Blog ist genauso legitim wie bei jedem anderem Medium. Nur: Kommt da genug zusammen, um den Betreiber zu ernähren? Bei den ganzen kleineren abseitigen Blogs hab ich da meine Zweifel, und gerade die sind m.E. das, was die Bloggerszene so interessant macht.
Hattest du überhaupt was zu Blogs und Werbung gesagt? Ich glaube nicht…
Ich glaube übrigens nicht, das Tango an der Reichweite gescheitert ist. Da war einiges anders im Argen!